Rückblick auf die Jubiläumsfeier

Rückblick auf die Jubiläumsfeier

DSCN3040.JPGMontag 13 November 2023

Zusammen mit rund 160 Mitgliedern, Freunden und Interessenten feierten wir am 14. Oktober in der Umweltarena in Spreitenbach, 40 Jahre Oikocredit Präsenz in der Deutschschweiz.

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Der Jubiläumsanlass schaffte mit einem passenden Veranstaltungsort, musikalischer Umrahmung, spannenden Vorträgen und einer positiven Stimmung unter den Gästen einen gelungenen Nachmittag, der wohl vielen in Erinnerung bleiben wird.

Oikocredit wurde 1975 basierend auf einer Idee des Ökumenischen Rates der Kirchen mit Sitz im niederländischen Amersfoort gegründet, um eine nachhaltige Anlagemöglichkeit zu schaffen, die Frieden und weltweite Solidarität unterstützt. Seit dieser Zeit vergibt Oikocredit, damals noch «EDCS» genannt, Kredite an Unternehmen, die im globalen Süden einkommensschwache Menschen unterstützen.

In Anfangszeiten waren es vor allem kirchliche Institutionen welche ihr Geld anlegten, mit der Zeit gab es jedoch Europaweit immer mehr Einzelpersonen, die in sogenannten Fördervereinen zusammenkamen, um bei Oikocredit zu investieren.

Oikocredit in der Deutschschweiz

Als 1983 der Deutschschweizer Verein gegründet wurde, bestand dieser für die ersten paar Jahre nur aus Freiwilligen. Viele Schweizer Hilfswerke und Kirchenorganisationen warben zu dieser Zeit für Oikocredit und die Anzahl der Anlagen stiegen rasant. Nach 20 Jahren kamen mehr als 10 Mio. CHF zusammen und die Vereinsorganisation wurde immer professioneller, nun auch mit fest angestellten Mitarbeitern.

Als Muhammad Yunus mit seiner Grameen Bank 2006 den Friedensnobelpreis für sein Konzept von Mikrokrediten gewann, stieg das Interesse an sozialen Investitionen weltweit und auch Oikocredit rutschte mehr ins Rampenlicht. Heute besteht Oikocredit in der Schweiz aus einer Zweigniederlassung der internationalen Gesellschaft und zwei Fördervereinen mit rund 3500 Mitgliedern/Investoren. Mit der Einführung einer Schweizer Zweigniederlassung im Juli 2023 werden sich die Vereine vermehrt für die Corporate Governance bei Oikocredit, die Bildungsarbeit im Bereich nachhaltige Entwicklung und den Austausch unter den Mitgliedern einsetzen.

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Wirkung von Oikocredit

Oikocredit kann stolz behaupten, durch all die Jahre immer an der Mission festgehalten zu haben, eine gerechte Welt zu erschaffen. Seit vielen Jahren hat Oikocredit den Slogan «in Menschen investieren». Dies ist eine stetige Erinnerung daran, nicht gewinnmaximiert vorzugehen, sondern mit dem investierten Kapital einkommensschwache Menschen im globalen Süden über unsere Partner zu unterstützen. Auch in unsicheren Zeiten wie in Flüchtlingskrisen oder Covid-19 versuchte Oikocredit, auf verschiedenen Wegen möglichst viel Hilfe zu leisten, ob mit Solidaritätsfonds, einem Pausieren der Zinszahlungen oder dem Aufbauen eines dezentralisierten Versorgungs- und Hygienesystems.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann Oikocredit über 44 Mio. Menschen finanziell oder bildungstechnisch unterstützen. Hans Perk, ein Mitglied der internationalen Geschäftsleitung, war diesen Samstag als Referent am Jubiläumsanlass dabei, um von seinen eigenen Erfahrungen mit den Erfolgsgeschichten der Endkunden zu erzählen und ein Bild zu zeigen, welche grossen Veränderungen schon kleine Investitionen machen können. Er erzählte zum Beispiel von einem Fischerdorf, welches durch eine neue Solaranlage zum ersten Mal eine verlässliche Stromquelle hat und dadurch die Ware kühlen und zu einem besseren Preis verkaufen kann, und den Dorfbewohnern Zugang zum Internet schafft.

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Zukunft von Mikrokrediten

Dr. Annette Krauss, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich, gab an diesem Anlass einen Einblick in ihre langjährige Forschung im Bereich der Mikrofinanzen und ermöglichte dadurch einen neutralen Blick auf diesen Tätigkeitsbereich von Oikocredit. Mikrofinanz gehört heute in den Bereich des Impact Investments - Investitionen, welche einen sozialen oder nachhaltigen Einfluss haben. Erhobene Daten zeigen, dass der Zugang zu Finanzdienstleistungen in Entwicklungsländern von rund 40% im Jahr 2011 auf knapp 60% im Jahr 2021 gestiegen ist, dies auch aufgrund von technologischen Fortschritten wie z.B. der Mobiltechnologie. Dr. Krauss bestätigt, dass es die Mikrofinanzierung und internationale Geldgeber wie Oikocredit auch in Zukunft noch brauchen wird.

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Umfrage – die Zukunft des Deutschschweizer Fördervereins

Sind Sie interessiert was die Fördervereine in Zukunft machen werden und würden Sie diesen gerne mitgestalten? Schauen Sie sich das Video von Michelle Lüchingers Präsentation zu diesem Thema an und nehmen Sie an der Umfrage teil.

Umfrage:

Präsentationen

Die Präsentationen zum herunterladen:

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